Ein großes Hallo an die nördliche Erdhalbkugel!
Wir haben uns sehr lange nicht mehr gemeldet, aber gerade deswegen gibt es jede Menge zu berichten! Wir haben inzwischen die Hälfte unserer Zeit hier erfolgreich hinter uns gebracht à Wir leben noch, unsere Schüler leben noch und wir sind meistens auch noch bei guter Laune. Eins ist jedoch sicher, die letzten Wochen waren die erlebnisreichsten bis jetzt!
1. Bericht von einer Nacht mit Folgen
Es war an einem Samstagabend als wir uns vor dem zu Bett gehen überlegten: „Was haben wir morgen eigentlich zu tun?“ – „Nichts! Endlich mal Zeit zum Ausschlafen und entspannen!“ Wir schliefen ein – glücklich einen freien Sonntag vor uns zu haben. Die Freude hielt leider nur bis vier Uhr an….was nun geschah nur in Stichpunkten…
- Sylvies Telefon klingelt
- Ihr wird über Telefon mitgeteilt, dass unser Heimleiter Piet einen schlimmen Unfall hatte
- Zwei Minuten später steht der Arzt (den wir selber auch privat kennen) vor dem Fenster und erzählt uns noch einmal genau was passiert ist à Piet hatte einen schlimmen Autounfall, Frontalzusammenstoß, er liegt im Krankenhaus, sein Bein sieht schlimm aus, der andere Fahrer ist noch am Unfallort verstorben, ihr müsst euch um die Kinder kümmern, Piet muss nach Windhoek und dort operiert werden, er wird mindestens zehn Tage nicht verfügbar sein.
- Schock…was nun?
- Überlegungen: Wir müssen die Eltern informieren, wir können nicht auf Tour fahren….Piet braucht Sachen für Windhoek….und und und
Inzwischen hat sich der Schock gelegt und wir wissen, dass Piet großes Glück im Unglück hatte, aber in dieser besagten Nacht und in den folgenden Wochen wussten wir noch nicht, dass es so gut für Piet ausgehen wird und er sein Bein behalten wird. Wir waren plötzlich allein mit Haus, Kindern, Hunden und einer Verantwortung, die keiner von uns beiden hätte allein tragen wollen. Die erhoffte Unterstützung von den Eltern blieb größtenteils aus, das machte uns sehr traurig. Zusätzlich stand noch ein Umzug vor der Tür. Man kann eigentlich gar nicht so recht beschreiben, was da noch alles passiert und in uns vorgegangen ist. Da dies alles allerdings nicht zu den schönsten Erfahrungen gehört, die wir hier gemacht haben, wollen wir gar nicht weiter schreiben. Sehr positiv war in dieser Zeit die Unterstützung, die wir von unseren Schulen bekommen haben – vielen Dank!
Piet ist inzwischen wieder in Swakop und an den Rollstuhl gebunden – er wird aber irgendwann wieder laufen können. Wir sind in ein kleineres Haus umgezogen und gewöhnen uns langsam an die Feuchtigkeit (wir sind jetzt 100 M vom Meer entfernt :-p) in unserem Zimmer. Die Situation im Heim normalisiert sich und wir können uns wieder auf unseren eigentlichen Job, den Unterricht, konzentrieren..und konnten auf Tour etwas abschalten.
P.S. Der Mann…bis jetzt haben wir nur mit ihm telefoniert und Emailkontakt aufgebaut.
2. Bericht von einer „Trümmertrupptour“ zum Etosha- Nationalpark
Einleitung: Eigentlich wollten Kathi, Anja, Sylvie und Katja allein in den Norden fahren um wilde Tiere zu sehen, aber dann kam alles anders, denn es kamen immer mehr Leute dazu, die wir gerne mitnehmen wollten…unter anderem auch….unseren Mann…aber den kannten wir eigentlich immer noch nicht. Sylvie und Katja haben einfach beschlossen, dass er mitfahren muss, weil es mit zu vielen Frauen und nur zwei Männern doch zu anstrengend werden könnte. Auch wenn es kurz vorher zu langen Diskussionen kam und es ein ständiges hin- und her gab…Wir sind mit neun Leuten in einem VW Bus gefahren (6 Frauen, 3 Männer, Ein Bus, ein africanlike Anhänger, ein wenig Wasser und jede Menge Bier). Dank Jorit und dem Bus seines Vaters mussten wir uns kein Auto mieten…danke noch mal.
Einschub: Wenige Tage vor Abfahrt haben Sylvie und Katja noch schnell den dritten Mann…unseren Mann….ausgecheckt..bei einem Blinddate wohlgemerkt. à Er durfte mitfahren, unser „First class Flieger Mario – el Pilote“
Hauptteil: An unseren freien Tagen über den Independanceday haben wir unsere sieben Sachen gepackt und sind losgefahren. Zitatinsider von Rüdiger (Jorits Vater): „Die Jonnys müssen hinten sitzen!“ In der Nacht haben wir wild in einer Bilderbuchlandschaft gecampt. Teils mit, teils ohne Zelt, mit echtem Feuer und einer Toilette zum selber bauen…Es ist schon eine Erfahrung die gleiche Toilette zu benutzen, wie Elefanten, Leoparden und anderen netten wilden Tierchen…J Wir haben lecker Salat gemacht, ein zwei oder mehr Bierchen getrunken, den Sonnenuntergang, die Sterne und die Stille genossen. Wieder mal unbeschreiblich….freut auch auf Bilder und persönliche Erzählungen!
Am nächsten Tag ging es weiter…weiter in unserem Bus…weiter mit den gleichen 3 Cds wie am Tag zuvor…weiter in Richtung Etosha…Morgens brauchten wir etwas länger, deswegen kamen wir erst relativ spät an unserem Campingplatz kurz vor Etosha an. Ein super Campingplatz mit echten Toiletten und sogar mit Klopapier…Zelte aufbauen, Turnübungen, schwimmen im Pool, ein wenig relaxen und essen machen war nun angesagt…wieder Braai (=grillen)…dieses Mal mit Zebras (= Toasts, wir werden sie euch vorstellen) und lecker Salat. Doch es kann ja nicht alles gut gehen: „Wisst ihr was? Diese kleinen Fliegen kündigen eigentlich Regen an!“ à Zwei Minuten später fing es so stark an zu regnen, dass unsere Zebras durchgeweicht waren und unsere Zelte unter Wasser standen. Eins konnten wir noch retten. Nach dem ersten Regen bei dem wir uns noch in den Bus retten konnten, dachten wir, dass es vorbei ist, doch es kam noch schlimmer. Die ganze Nacht regnete es so stark, dass wir zu sechst im Bus schlafen mussten. Drei der Mädels haben in dem einzigen Zelt geschlafen, das einigermaßen Wasserdicht war – trotzdem sind sie nass geworden, aber auch diese Nacht ging vorbei und am nächsten Tag schien wieder die Sonne, wir brachen unser Lager ab und fuhren zum Park.
Im Etoshapark haben wir auch wieder gecampt. Unser Campingplatz lag direkt an einem Wasserloch, das man jeder Zeit beobachten kann. Wir hatten großes Glück, denn an dem Morgen hatten Löwen direkt an diesem Loch ein Zebra gerissen. Man konnte sie sogar noch beobachten…echte Löwen an einem echten Zebra, das sie selbst gerissen haben…J nach der Löwenbeobachtung haben wir eine lange Tour durch den Nationalpark gemacht und viele Tiere gesehen: Zebras, Springböcke, Giraffen, Oryxe, Gnus und Aasgeier. Es ist wahrlich sehr faszinierend diese Tiere in ihrer wahren Umgebung – in freier Natur beobachten zu können.
Einige von uns hatte das Glück am Wasserloch einen Elefanten zu sehen. Sie haben den anderen Bescheid gesagt, doch die anderen kamen zu spät. Während wir den Elefanten anschauen wollten, war unser Camp unbeobachtet, so konnten sich einige Shakale über unsere Mülltonne hermachen, aber das war nicht weiter schlimm.
Katja, Steffi und Jorit saßen nachts während die anderen schliefen noch lange am Wasserloch und sie hatten Glück, es kam ein Nashorn mit einem Jungen und später kam noch ein drittes dazu. Sehr faszinierend waren auch die Eulen und Hyänen einschließlich der Geräusche, die sie von sich gaben.
Am nächsten Tag mussten wir früh aufbrechen, denn wir wollten ja unbedingt noch Elefanten sehen. Drei Stunden sind wir durch den Park gefahren ohne einen Elefanten zu sehen. Wir mussten rechtzeitig den Park verlassen um nicht extra Geld für einen weiteren Tag zu bezahlen. Auf dem Weg zum Tor bemerkten wir dann plötzlich ein Auto am Straßenrand…was beobachteten sie wohl? – Elefanten…Juchuuuuu…Elefanten. Wir mussten natürlich anhalten. Der Mann am Gate hatte letztlich auch Verständnis dafür, so dass wir trotz verspäteter Abreise nicht mehr zahlen mussten.
Die Reise endete hier noch nicht! Einer der Höhepunkte kam erst noch – die Farm. Sechs Stunden fuhren wir durch (Übrigens wieder mit Regen – Sylvie und Katja bringen überall Regen mit – eigentlich ist das ja für die Leute hier gutes Wetter, aber wir sind doch in Afrika…überall regnets..das ist nicht mehr normal *grins*) Auf der Farm wurden wir von vorne bis hinten verwöhnt..mit leckerem Essen, mit tollen Betten, mit tollem Lagerfeuer, mit Schwimmen im Pool, mit unvergesslichen Plätzen zum einfach gucken und und und. Es war ein super Abschluss.
Schluss: Auch wenn wir es nie gedacht hätten, weil die Planung echt chaotisch war und unser Trupp wirklich ein Trümmertrupp voller verschiedener Charaktere war, diese Tour war unvergesslich und ist noch lange Erzählungen wert!
Danke…an Jorit für die Organisation, das Fahren, den Bus, das Campingzeug und das Grillen…an Sina für die Kasse, die Bilder, die Videos und das Einkaufen…an Ralf für das Kartenlesen, das Tiere entdecken und die Rundtour auf der Farm…an Steffi für das Einkaufen…an Sylvie und Anja für die Gesangseinlagen…an Kathi für die Organisation vorher… Mario für die vielen Sprüche…an Katja, die unbesiegbare Poolfighterin, für nachtlanges Wachen am Wasserloch…an Familie Liedtke für unbezahlbare Gastfreundschaft, wir haben jeden Augenblick auf Farm genossen!
El pilote-mario hat sich nach dem Trip gar nicht mehr von uns trennen können und ist bei uns für 2 Wochen im flat eingezogen…endlich roch es seit langem wieder mal nach MANN im Bad J „Good morning vietnam-Good morning AFRICA!!“ Wir möchten diese Zeit nicht missen, auch wenn es Nachts oft zu unerklärlichen Nebengeräuschen kam…J Aber unsere Kackbratze konnte kochen, was wir an Sylvie`s Hüften merken konnten…Bevor wir gleich nen Stromausfall haben oder alles löschen, schicken wir ganz liebe Grüße an unseren dicken in der Hauptstadt. Wir vermissen dich sehr!!( deine muddi und johnny= deine Engel)
Bericht aus der Schule:
Damit ihr nicht denkt, dass wir hier nur Urlaub machen:
- Sylvies Praktikumslehrerin ist jetzt in Mutterschaftsurlaub gegangen, ihre Zwillinge sind wohl auf, es geht rund bei ihr zu Hause, aber ihr geht’s auch gut.
- Sylvie hat Inas Deutschklassen übernommen – 4.,5.,6.,7. (in den ersten Wochen allein – jetzt hat sie Unterstützung durch Kathrin, eine weitere Praktikantin aus Deutschland)
- Katjas 12er schreiben Examen (Das heißt Deutschabschlussaufsätze korrigieren)
- Noten müssen eingetragen werden…ja, wir machen wirklich die Noten ;-)
- Der Endspurt vor den Ferien beginnt…Abschlusstests über Lektüre entwickeln, schreiben, korrigieren…
- Elternabende, Konferenzen
- Außerschulisches bei dem wir dabei waren/sein werden: Stay awake – alle Schüler bleiben wach und es gibt verschieden Programmpunkte, Talentshow – jeder Schüler kann sein Talent vorstellen – natürlich machen sich auch die Lehrer zum Affen…und eine Jury muss es auch geben…aber das haben wir gern gemacht.;-)
- Die Ferien kommen und wir freuen uns drauf!
Bericht von der Tour in den Süden…wir lassen Bilder sprechen…
Kathrin, Steffi (mittlerweile wieder in Gerri-Land) Stephan(mittlerweile in Cape Town von wo er seine „Weltreise“ startet) Katja und Sylvie (immer noch in NamibiaJ)
Danke an unseren „Quotenmann“ für viel Organisation im Voraus und für das Ertragen von vier Frauen (dazu kommt, dass es vier Lehrerinnen waren!!)
Unbeschreibliche Augenblicke, unbeschreibliche Landschaft, unbeschreibliches Ostereier suchen… det was fouking chut!
- Unser Auto
- Unsere Fahrer: Katja und
- Stephan
- Ohne Worte
- Sonnenaufgang (Wir extra um halb fünf aufgestanden)
- Vier Frauen im Sesriem Canyon.
- Ohne Worte
- Sandengel für Tani, Susi und Julia von Sylvie
- einsch unscherer Oschterneschter J
- Trümmertruppbettenlager auf der 2. Tour
Bilder von Etosha und vielen anderen Aktivitäten folgen, wir habe schon einige!!!
Machts gut..wir vermissen euch, denken sehr oft an euch und haben euch lieb!
Sylvie und Katja
